Sohn

(2014) von Birgid Helmy

Material: Kunststoff

🇩🇪
🇬🇧
🇫🇷
Latein

Der „Sohn“ ist ein junger Mann mit Butte. Naheliegend ist es, ihn als einen Winzersohn zu sehen. Allerdings trägt er keine traditionell übliche Arbeitskleidung. Trotz der realistischen Abbildung, die einerseits dem heutigen Erscheinungsbild vieler junger Menschen nahekommt, wirkt er anderseits im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Buttenträger außergewöhnlich und eigen.

Die Künstlerin will bewusst irritieren und bietet verschiedene Zugangsebenen. Sie knüpft an die veränderte Weinbautraditionen an und weist auf die frühere Traubenlese mit der Hand hin. Das äußere moderne Erscheinungsbild des jungen Mannes steht im Gegensatz zur Tradition der Generation seiner Väter.

Hierdurch weist die Künstlerin auf die Auseinandersetzung mit der vorhergehenden Generation hin. Die Butte kann als „Rucksack“ aufgefasst werden. Und der „Sohn“ trägt wie jeder unabhängig seines Geschlechts die Bürde der Vergangenheit mit sich.

Im Mittelpunkt von Birgid Helmys künstlerischem Werk steht der Mensch. Mit großer Sensibilität beobachtet sie Menschen und fühlt sich in sie hinein, was ihren realistischen Skulpturen den besonderen Ausdruck verleiht. Nicht selten ist damit die Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Themen und dadurch geprägten Menschentypen verknüpft.

Diese inhaltliche Ausrichtung ihrer Kunst ist geprägt durch ihren Lebensweg. Birgid Helmy absolvierte zunächst ein Studium der Sozialpädagogik und eine Ausbildung zur Kunsttherapeutin. Während ihres Kunststudiums arbeitete sie an Bildhauerakademien in Italien. Überwiegend entstehen ihre Skulpturen aus Kunststoffen, die in einem aufwendigen Verfahren gegossen werden.  Ihre Kunst ist in zahlreichen Galerien vertreten und an etlichen öffentlichen Räumen zu sehen.

Übersetzung Latein Audioguide:

FILIUS iuvenis est, qui magnam corbem in tergo portat. Itaque filius vinitoris esse possit. Vestes eius ad laborem vinitoris non convenire videntur. Birgid Helmy artifex iuvenem offert, qui et artes antiquas de maioribus traditas pergit et vitam modernam in mundo mutato agit. In corbe etiam sarcina temporis praeteriti cognoscatur, quam FILIUS et quisque ferunt.

Der „SOHN“ ist ein junger Mann, der einen großem Korb auf dem Rücken trägt. Er kann daher der Sohn eines Winzers sein. Seine Kleidung scheint nicht zu der Arbeit eines Winzers zu passen. Die Künstlerin präsentiert uns einen jungen Mann, der einerseits das traditionsreiche Handwerk seiner Vorfahren weiterführt und andererseits als moderner Mensch ein modernes Leben führt. Im Korb kann auch die Bürde der Vergangenheit gesehen werden, die der SOHN wie jeder einzelne trägt.